Synergien nutzen, Potenzial ausschöpfen

Gemeinsam für erfolgreiche Integration in den Arbeitsmarkt. Gemeinsam für Menschen im Aargau.

Max hat's gepackt

ABB in Baden hatte einen Allrounder-Job zu besetzen – und stellte Max Steiner ein. Er konnte wegen eines künstlichen Kniegelenks nicht mehr in seinem ursprünglichen Beruf als Maler arbeiten. Zudem wurde ADHS diagnostiziert. Dank der Kooperation Arbeitsmarkt erhielt er den Job. Ein Glücksfall für alle Beteiligten.

"Es ist selten, dass sich Unternehmen bei uns melden und ausdrücklich jemanden mit einem Handicap einstellen möchten", sagt Rolf Schindler, Eingliederungsberater bei der "Kooperation Arbeitsmarkt". In diesem Fall wollte Felix Bircher, Leiter der Servicewerkstatt bei der ABB Turbo Systems AG, genau eine solche Person. "Wir hatten ein erhöhtes Arbeitspensum und brauchten Unterstützung. Da haben wir uns überlegt: Wieso nicht jemanden mit Handicap einstellen und fördern", erklärt Felix Bircher. Er ist überzeugt, dass Diversität mehr Leistung im Team erzeugt. "Jeder Mitarbeitende hat seine Stärken", sagt er.

Ziel: unbedingt wieder arbeiten

Bei der "Kooperation Arbeitsmarkt" betreute Eingliederungsberater Rolf Schindler derweil den IV-Versicherten Max Steiner, 46-jährig, gelernter Maler, wohnhaft im Wynental. Vor zwei Jahren wurde ihm ein künstliches Kniegelenk eingesetzt. Seitdem darf er nicht mehr auf Leitern stehen – eine Tätigkeit als Maler kommt nicht mehr in Frage. Dazu wurde bei Max Steiner eine Aufmerksamkeitsdefizit-Hyperaktivitätsstörung (ADHS) festgestellt, was eine Eingliederung in den ersten Arbeitsmarkt nicht eben vereinfacht. Er erzählt: "Mir fiel zuhause die Decke auf den Kopf, ich wollte unbedingt wieder arbeiten."

Tür war schon offen

Dann ergab eins das andere. Rolf Schindler erfuhr vom Arbeitgeberberater der Kooperation Arbeitsmarkt, dass die ABB Turbo Systems AG einen Aufbauarbeitsplatz zur Verfügung stellen möchte. Die Arbeitgeberberatenden fungieren jeweils als Türöffner in den Unternehmen und vermitteln passende Stellensuchende vom RAV, der IV oder den Sozialdiensten. Im Fall der ABB war die Tür schon offen. Und als Eingliederungsberater Rolf Schindler den ABB-Stellenbeschrieb las, kam ihm gleich Max Steiner in den Sinn: "Er passte perfekt, da ein Allrounder gesucht wurde. Aufgrund seines ADHS sollte sich Herr Steiner möglichst viel bewegen und nicht nur an einem Ort arbeiten", erklärt Rolf Schindler.

Verpacken, vormontieren, aufräumen und Staplerfahren

Schindler, Bircher, Steiner und die zukünftigen Göttis im Team trafen sich zum Vorstellungsgespräch, die Chemie stimmte und nur ein Tag später erhielt Max Steiner den Aufbauarbeitsplatz. Jetzt arbeitet der gelernte Maler in der grossen Werkhalle, in der Serviceteile für Turbolader von Diesel- und Gasmotoren gelagert, montiert, verpackt und in alle Welt geliefert werden. Max Steiner macht Spässchen mit den Kollegen, kurvt konzentriert und vergnügt mit einem riesigen Hupstapler herum, verpackt, räumt auf, montiert. Er ist der Mann für alle Fälle in der Werkstatt. "Mir gefällt genau diese Vielseitigkeit – hier wird mir nie langweilig", sagt Steiner. "Und das Arbeitsklima ist einfach genial."

Aufbau der Arbeitsfähigkeit

Am Anfang arbeitete Max Steiner 50 Prozent, schrittweise wurde das Pensum während sechs Monaten auf 100 Prozent erhöht. Das ganze Werkstattteam und die drei Göttis standen ihm bei der Einarbeitung zur Seite. Alle sechs Wochen kam Rolf Schindler von der Kooperation Arbeitsmarkt vorbei und besprach mit Max Steiner und Felix Bircher Fortschritte und Bedürfnisse. "Für mich war die Betreuung durch Herrn Schindler sehr wertvoll", meint Max Steiner. Auch sein Chef Felix Bircher findet: "Die enge Begleitung gab uns die nötige Sicherheit."

Ein Gewinn für alle Seiten

Max Steiner legte sich so ins Zeug, dass er mit einem 100 Prozent-Pensum vorerst bis Ende August 2019 angestellt wurde. "Ich habe meine Chance ergriffen und bin sehr dankbar, dass ich sie erhalten habe", blickt er zurück. Die Integration ist auch für die Kooperation Arbeitsmarkt eine Erfolgsgeschichte. "Stellensuchender, Arbeitgebende, IV und RAV haben in diesem Fall perfekt zusammengearbeitet", findet Rolf Schindler. Felix Bircher meint: "Max entlastet uns mit seiner Arbeit, er ist ein allseits geschätzter Kollege geworden. Ich kann das jedem Unternehmen empfehlen. Denn Vielfalt zahlt sich aus."

Max Steiner

Max Steiner, IV-Versicherter

Felix Bircher

Felix Bircher, Leiter Servicewerkstatt ABB Turbo Systems

Rolf Schindler

Rolf Schindler, Eingliederungsberater IV

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